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Branche · 26/10/2026

Empack Madrid: Die PPWR zeigt sich auch an der Linie

Empack und Logistics & Automation kommen am 11. und 12. November mit einer PPWR Academy in die Ifema. Was die Verpackungsverordnung im Werk ändert.

Von TIVOX Solutions ·

Foto: Mark Stebnicki / Pexels

Am 11. und 12. November finden in der Ifema Madrid gleichzeitig Empack, Logistics & Automation und Logistic & Industrial Build statt, drei Messen von Easyfairs, die mit einer einzigen Akkreditierung zugänglich sind. Laut Interempresas belegt die diesjährige Ausgabe die Hallen 2, 4 und 6, versammelt 456 Unternehmen auf 31.500 m² und bietet mehr als 250 Referenten; 2025 waren es 426 Aussteller, 24.000 m² und mehr als 12.200 Fachbesucher. Empack umfasst Verpackungen, Rohstoffe, Maschinen, Automatisierung und Dienstleistungen; Logistics & Automation die Intralogistik, Robotik, Rückverfolgbarkeit und Software.

Was einen Verpackungsbetrieb am meisten interessiert, steht im Programm. Die Website der Empack kündigt als Neuheit eine PPWR Academy an: zwei Sitzungen zum Auftakt des Kongresses, die sich der EU-Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle widmen, dazu einen Bereich für Mehrwegverpackungen und einen für Maschinen und Etikettierung. Das ist kein Zufall: Die Verordnung gilt seit dem 12. August 2026 unmittelbar, und wie Interempresas im Juni zusammenfasste, kommen ihre Pflichten in Stufen: ein harmonisiertes Piktogramm auf allen Verpackungen ab August 2028 und ab 2030 eine Mindestrecyclingfähigkeit sowie höchstens 50 % Leerraum in Sammel-, Transport- und E-Commerce-Verpackungen.

Was das für einen Verpackungsbetrieb bedeutet

Die PPWR wird meist als Thema für Einkauf und Marketing gesehen: welches Material, welches Etikett. Doch jede dieser Entscheidungen landet an der Linie.

Der Materialwechsel ist das deutlichste Beispiel. Der Umstieg auf eine Monomaterial- oder dünnere Folie oder auf eine Schale mit mehr Rezyklat verändert das Fenster aus Temperatur, Druck und Zeit beim Siegeln. Was mit dem bisherigen Material gut siegelte, kann mit dem neuen undicht werden oder Falten bilden, und manchmal merkt man es erst, wenn die Reklamation kommt. Es lohnt sich, vor dem Einkauf großer Mengen mit echten Rollen zu testen und während der Umstellung die Siegelnaht an 100 % der Packungen zu prüfen, nicht stichprobenartig. Wie das geht, erklären wir auf unserer Seite zur Siegelnahtprüfung.

Die Etikettierung ist die zweite Baustelle. Ein neues Piktogramm bedeutet neue Druckvorlagen für jeden Artikel und monatelang alte und neue Etiketten nebeneinander im Lager. Das ist die typische Ausgangslage für die falsche Rolle in der Etikettiermaschine. Eine Kamera, die jede Packung mit der gerade geladenen Sorte vergleicht, verhindert, dass der Fehler das Werk verlässt.

Die dritte ist das Linienende. Die Begrenzung des Leerraums zwingt dazu, Kartons und Gebinde zu überarbeiten: Die Formate werden enger an das Produkt angepasst, und es kommen mehr Größen hinzu. Mehr Formate bedeuten mehr Umstellungen an Packer und Palettierer, und jede Umstellung kostet Verfügbarkeit. Die OEE vorher und nachher zu messen zeigt, ob die neue Verpackung an der Linie teuer wird. Und wenn ein Teil der Transportverpackung zu Mehrweg wird, kommen Kisten zurück: Sie müssen vor dem erneuten Befüllen auf Sauberkeit und Schäden geprüft werden.

Schließlich die Unterlagen. Der Hersteller unterzeichnet die EU-Konformitätserklärung seiner Verpackungen. Wer je Artikel weiß, welches Material von welchem Lieferanten in welcher Charge verwendet wurde, spart viele Stunden an dem Tag, an dem jemand sie anfordert.

Was Sie an den Ständen fragen sollten

  • Neue Materialien: ob die Maschine mit Monomaterialien oder dünneren Folien getestet wurde und mit welcher Umstellzeit.
  • Inline-Kontrolle: welche Prüfung sie umfasst (Siegelnaht, Etikett, Datum und Charge) und was mit dem Ausschuss geschieht.
  • Daten: ob sie Stillstände, Ausschleusungen und Zähler über OPC UA, Modbus TCP oder Ähnliches liefert, damit sich die OEE ohne Papier messen lässt.
  • Formate: wie lange eine Karton- oder Gebindeumstellung dauert und ob sie über das Rezept läuft.
  • Mehrweg: wie zurückkommende Kisten geprüft und gereinigt werden.

Zwei Messetage bringen viel, wenn man mit vorbereiteten Fragen kommt. Wenn Sie Ihre Verpackungen wegen der PPWR überprüfen und sehen möchten, was sich an Ihrer Linie ändert, sprechen wir darüber.

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