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Robotik mit Cobots · 02/10/2026

Pack Expo 2026: Cobots und Kameras am Linienende

Die PACK EXPO International (Chicago, 18.-21. Oktober) rückt das Linienende in den Fokus. Worauf bei Cobots zu achten ist und was man vorher fragt.

Von Santiago Barrado · TIVOX Solutions ·

Foto: KJ Brix / Pexels

Vom 18. bis 21. Oktober findet im McCormick Place in Chicago die PACK EXPO International 2026 statt, die große nordamerikanische Messe für Verpackung und Verarbeitung. Laut PMMI, dem veranstaltenden Verband, kommen mehr als 2.700 Aussteller auf 1,3 Millionen Netto-Quadratfuß (rund 120.000 m²) zusammen; erwartet werden etwa 48.000 Fachleute aus mehr als 40 Märkten. Auf fünf Flächen direkt in der Ausstellung gibt es über 150 kostenlose Vorträge. Zu den angekündigten Themen gehören die Automatisierung am Linienende als Antwort auf den Personalmangel, Trends in Robotik und Bildverarbeitung, Lebensmittelsicherheit, erweiterte Herstellerverantwortung und die Serialisierung auf Einzelverpackungsebene mit GS1-Codes. Packaging Technology Today nennt weitere Programmpunkte wie vorausschauende Wartung, KI und 2D-Codierung mit Blick auf GS1 Sunrise 2027 sowie einen Pavillon zur Fachkräfteentwicklung.

Unter den Ausstellern hat einer der großen Roboterhersteller, FANUC, auf seiner Website angekündigt, was er zeigen wird: drei kollaborative Roboter, die bildgeführtes Greifen, Etikettenprüfung, Verpacken in Kartons und Palettieren in einem einzigen Ablauf verbinden; einen Palettier-Cobot mit 3D-Bildverarbeitung, Handhabung von zwei Kartons gleichzeitig und 40 kg Traglast; und eine Vorführung, in der der Roboter gesprochene Anweisungen mithilfe generativer KI in Bewegungen umsetzt.

Was das für einen Verpackungsbetrieb bedeutet

Die Messe ist amerikanisch, doch das Problem, das sie in den Vordergrund rückt, ist in jedem europäischen Werk dasselbe: Am Linienende ist Personal am schwersten zu finden, und dort ist die Arbeit am monotonsten und körperlich am anstrengendsten. Verpacken, Prüfen und Palettieren sind oft noch Handarbeit neben einer automatischen Abfüllmaschine – und wenn Leute fehlen, wird die Linie genau dort langsamer.

Interessant an Chicago ist nicht ein einzelner Roboter, sondern der Trend, mehrere bisher getrennte Aufgaben in einer Zelle zu bündeln. Prüft der Roboter, der die Palette bildet, per Kamera auch, ob Etikett und Code stimmen, hängt die letzte Qualitätskontrolle vor dem Versand nicht mehr von einem schnellen Blick am Schichtende ab. Und erfasst die Zelle ihre Stillstände samt Ursache, ist das Linienende in der OEE-Berechnung keine Blackbox mehr.

Diese Vorführungen sollte man allerdings mit den Augen des Werks betrachten. Eine Demo läuft mit einem Format und in einem für die Messe gewählten Takt; die reale Linie hat Sortenwechsel, schief ankommende Kartons, Paletten unterschiedlicher Qualität und Stillstände weiter vorne. Ein Palettier-Cobot arbeitet gut, wenn Takt, Kartongewicht und Packmuster zu seiner Leistung passen; sonst verschiebt sich der Engpass nur. Vor jeder Investition in Automatisierung mit Cobots ist es sinnvoll, die Linie zu messen: Wie viele Kartons pro Minute kommen tatsächlich heraus, wie viele Formatwechsel gibt es pro Tag und wie viel Zeit geht heute am Linienende verloren?

Fünf Fragen für die Messe (oder für jeden Anbieter)

  • Ihre Daten, nicht die aus dem Prospekt: Nehmen Sie den realen Takt, Gewichte und Maße der Kartons, Packmuster und die Zahl der Artikel mit.
  • Der Formatwechsel: Lassen Sie ihn sich zeigen. Wie lange er dauert und wer ihn in der Nachtschicht durchführen kann, zählt mehr als die Spitzengeschwindigkeit.
  • Die Prüfung vor der Palette: Liest die Zelle Etiketten oder Codes, fragen Sie, was sie bei einem Fehler tut: Schleust sie den Karton aus, stoppt sie die Linie, alarmiert sie jemanden?
  • Die Sicherheit der gesamten Anwendung: Ein kollaborativer Roboter macht eine Zelle nicht von allein sicher; die Risikobeurteilung umfasst Last, Greifer und Umgebung.
  • Die gelieferten Daten: Stillstände mit Ursache, Zähler und Alarme – und über welchen Weg (OPC UA, Modbus TCP, SQL) sie in Ihre Systeme gelangen.

TIVOX ist in Chicago dabei. Wir besuchen die PACK EXPO International als Fachbesucher, um diese Zellen aus der Nähe zu sehen und den Herstellern die Fragen oben zu stellen. Wenn Sie ebenfalls dort sind und sich auf der Messe über Ihre Linie austauschen möchten, schreiben Sie uns – dann finden wir einen Termin.

Messen zeigen, wohin sich die Technik entwickelt; entschieden wird mit den Zahlen der eigenen Linie. Wenn Sie überlegen, Ihr Linienende zu automatisieren, sprechen wir darüber.

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